Einbindung von Betroffenen: Augenöffnend auf beiden Seiten!

Bei meinen Schulungen und Workshops binde ich sehr gerne immer wieder Menschen mit Behinderung als Gäste vor Ort oder auch mal online ein. Sie berichten aus ihrer eigenen Perspektive, auf welche Hindernisse sie beim Reisen stoßen und was sie sich von der Tourismusbranche wünschen.

Eine Veranstaltung im Februar war für mich ganz besonders

In diesem Fall war die Begegnung nämlich nicht nur für meine Teilnehmer*innen, sondern auch für die Person mit Behinderung augenöffnend.

Die Dame, die ich eingeladen hatte, war schwerhörig. Im Vorgespräch (das per E-Mail stattgefunden hatte) war sich die Frau unsicher. Was sollte sie denn berichten - ihre Behinderung schränkt sie doch eigentlich überhaupt nicht ein! Vor Ort dann im Gespräch mit den Teilnehmer*innen fielen gleich mehrere Dinge auf:

  • Ins Restaurant geht sie meistens nicht mit, denn dort ist die Geräuschkulisse zu laut. Das ist nur anstrengend, etwas verstehen zu wollen!
  • Telefonieren macht sie prinzipiell nicht. Da versteht sie ja ohnehin nur die Hälfte! (Aha! Deshalb also das Vorgespräch lieber per E-Mail!)
  • Und eigentlich verreist sie auch nur im deutschsprachigen Ausland, denn eine fremde Sprache zu verstehen ist ja nochmal schwieriger...

Am Ende der Veranstaltung sind nicht nur die Teilnehmer*innen beeindruckt von den Erzählungen und den ganzen technischen Hintergründen der Cochlear-Implantate, sondern auch die Frau selbst. Sie kommt auf mich zu und sagt, dass diese Veranstaltung ihr jetzt so geholfen hat - ihr war das alles gar nicht aufgefallen, was bei ihr anders ist!

Aber das Beste kam einige Wochen später

Sie meldet sich per E-Mail bei mir: "Frau Moser, Sie glauben nicht, was ich getan habe: Ich habe mir einen Flug nach Gran Canaria gebucht! Die Veranstaltung mit Ihnen hat mir wirklich die Augen geöffnet! Allerdings bin ich ich jetzt schon aufgeregt, wie das mit der Übernahme des Mitautos am Flughafen wohl funktionieren wird..."